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Ratgeber · Norm

DIN 77200 einfach erklärt

Was die Normreihe für Sicherheitsdienste regelt, was zertifiziert wird und woran Sie ein gültiges Zertifikat erkennen.

Stand: September 20267 Min. Lesezeit

Kurz gesagt
  • Die DIN 77200 ist die Normreihe für Sicherheitsdienstleistungen in Deutschland. Sie besteht aus drei Teilen.
  • Zertifiziert wird nicht das Unternehmen als Ganzes, sondern einzelne Sicherungsdienstleistungen – etwa Empfangsdienst oder Revierdienst.
  • Ein Zertifikat gilt höchstens drei Jahre und wird jährlich überwacht. Prüfen Sie immer Geltungsbereich und Laufzeit.

Was ist die DIN 77200?

Die DIN 77200 legt fest, welche Anforderungen ein Sicherheitsdienstleister an Organisation, Personal und Abläufe erfüllen muss. Für Auftraggeber ist sie ein gemeinsamer Maßstab: Wer nach dieser Norm zertifiziert ist, hat seine Prozesse von einer unabhängigen Stelle prüfen lassen.

Die Normreihe besteht aus drei Teilen:

TeilInhalt
DIN 77200-1 (2022-10)Allgemeine Anforderungen an Sicherheitsdienstleister
DIN 77200-2 (2020-07)Erweiterte Anforderungen für besondere Leistungsbereiche
DIN 77200-3 (2020-07)Das Zertifizierungsverfahren selbst

Welche Leistungen zertifiziert werden

Früher wurde nach Leistungsstufen zertifiziert. Seit der Fassung von 2017 gilt das nicht mehr: Heute wird jede Sicherungsdienstleistung einzeln geprüft und im Zertifikat aufgeführt. Die Norm unterscheidet drei Gruppen:

GruppeSicherungsdienstleistungen
StationärAlarmdienst, Empfangsdienst, Kontrolldienst
MobilRevierdienst, Interventionsdienst, Kontrolldienst
VeranstaltungenVeranstaltungssicherungsdienst

Für Sie heißt das: Ein Anbieter kann für den Empfangsdienst zertifiziert sein, für den Revierdienst aber nicht. Entscheidend ist, ob Ihre Leistung im Zertifikat steht.

Was bei der Zertifizierung geprüft wird

Die Norm stellt Mindestanforderungen an Organisation, Personal, Prozessmanagement sowie an Planung und Erbringung der Dienstleistung. Dazu gehören unter anderem:

  • ein schriftlicher Vertrag mit dem Auftraggeber
  • eine Dienstanweisung für das jeweilige Objekt
  • eine nachgewiesene Unterweisung der eingesetzten Kräfte
  • eine dokumentierte Schlüsselverwaltung
  • Anforderungsprofile und Qualifikationsnachweise für das Personal

Mit der Fassung 2022 von Teil 1 kamen vor allem Klarstellungen hinzu, keine grundlegend neuen Pflichten. Die Umstellung erfolgt beim jeweils nächsten regulären Audit.

DIN 77200-2: besondere Bereiche

Teil 2 baut auf Teil 1 auf – alle Anforderungen aus Teil 1 müssen erfüllt sein. Er regelt zusätzliche Anforderungen für vier Bereiche:

  • Veranstaltungen mit besonderer Sicherheitsrelevanz
  • Öffentlicher Personenverkehr
  • Objekte mit besonderer Sicherheitsrelevanz
  • Flüchtlings- und Asyleinrichtungen bzw. -unterkünfte

Dazu gehören etwa festgelegte Schulungsumfänge und die Abstimmung mit dem Sicherheitskonzept des Auftraggebers.

So läuft die Zertifizierung ab

Zertifizieren darf nur eine Stelle, die dafür von der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS) akkreditiert ist. Grundlage ist die Norm DIN EN ISO/IEC 17065 für die Zertifizierung von Dienstleistungen.

  1. Prüfung der Unterlagen
  2. Begutachtung vor Ort beim Dienstleister
  3. Auditbericht und Ausstellung des Zertifikats
  4. Überwachungsaudits im Abstand von zwölf Monaten
  5. Rezertifizierung spätestens nach drei Jahren
Echtheit prüfen: Ein gültiges Zertifikat trägt das Akkreditierungssymbol mit der Registriernummer der DAkkS. Laufzeit und Gültigkeit lassen sich bei der ausstellenden Zertifizierungsstelle nachprüfen.

DIN 77200 und ISO 9001 – der Unterschied

ISO 9001 bewertet das Qualitätsmanagementsystem eines Unternehmens: Wie werden Abläufe gesteuert, Fehler ausgewertet, Kunden zufriedengestellt? DIN 77200 bewertet die konkrete Sicherheitsdienstleistung. Beide ergänzen sich. Öffentliche Auftraggeber verlangen in Ausschreibungen häufig beides.

Worauf Sie als Auftraggeber achten

  1. Lassen Sie sich das Zertifikat vollständig zeigen, nicht nur ein Siegel.
  2. Prüfen Sie, ob Ihre Leistung im Geltungsbereich steht.
  3. Achten Sie auf das Gültigkeitsdatum.
  4. Für Unterkünfte, besondere Veranstaltungen oder den Personenverkehr: Fragen Sie nach DIN 77200-2.
DEKRA-Siegel DIN 77200-1
Fels Sicherheitsdienst

Wir sind von der DEKRA nach DIN 77200-1 und DIN 77200-2 zertifiziert – für stationäre Dienste (Alarm-, Empfangs- und Kontrolldienst), mobile Dienste (Revier- und Kontrolldienst) und den Veranstaltungssicherungsdienst, nach Teil 2 für Flüchtlings- und Asyleinrichtungen. Die Rezertifizierung ist abgeschlossen: Das neue Zertifikat gilt vom 23.10.2026 bis 22.10.2029. Zusätzlich sind wir nach ISO 9001 zertifiziert.