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Ratgeber · Kosten

Was kostet ein Sicherheitsdienst in Berlin?

Tariflöhne 2026, Zuschläge und alles, was im Stundensatz eines Sicherheitsdienstes steckt.

Stand: September 20267 Min. Lesezeit

Kurz gesagt
  • In Berlin und Brandenburg gilt seit 1. Januar 2026 ein allgemeinverbindlicher Tarifvertrag. Er ist für alle Sicherheitsunternehmen Pflicht.
  • Der Stundenlohn für Objektschutz liegt 2026 bei 15,15 Euro. Dazu kommen Zuschläge für Nacht, Sonntag und Feiertag.
  • Der Preis pro Stunde enthält weit mehr als den Lohn: Sozialabgaben, Urlaub, Krankheit, Schulung, Einsatzleitung und Versicherung.

Warum es keinen Pauschalpreis gibt

Was ein Sicherheitsdienst kostet, hängt vor allem von drei Dingen ab: wie viele Stunden besetzt werden müssen, zu welchen Zeiten und mit welcher Qualifikation. Ein Empfangsdienst werktags am Tag ist anders zu kalkulieren als ein Objektschutz rund um die Uhr mit Revierfahrten.

Der Tarif 2026 in Berlin und Brandenburg

Der Entgelttarifvertrag der BDSW-Landesgruppe und ver.di gilt seit 1. Januar 2026. Das Land Berlin hat ihn für allgemeinverbindlich erklärt – er gilt damit für alle Anbieter, nicht nur für Verbandsmitglieder. Die Stundenlöhne:

EntgeltgruppeBeispieleab 2026ab 2027
1Objektschutz / Separatwachdienst (stationär)15,15 €15,70 €
2Sachkundegeprüfte Kräfte, Revier- und Interventionsdienst, Veranstaltungsdienst, Flüchtlingsunterkünfte, Jobcenter15,55 €16,15 €
3Geprüfte Schutz- und Sicherheitskraft, Servicekraft für Schutz und Sicherheit16,80 €17,45 €
4Fachkraft für Schutz und Sicherheit17,65 €18,35 €
5Meister/-in für Schutz und Sicherheit21,80 €22,65 €

Hinzu kommen je nach Einsatz Zulagen pro Stunde, zum Beispiel 0,65 € im Revierdienst oder 1,00 € für Objektleiter. Treffen mehrere Zulagen zusammen, gilt nur die höchste.

Zuschläge für Nacht, Sonntag und Feiertag

ZuschlagHöhe
Nachtarbeit (22 bis 6 Uhr)15 %
Sonntagsarbeit25 %
Feiertagsarbeit, außerdem 24.12. und 31.12. ab 14 Uhr50 %

Treffen Sonntags- und Feiertagszuschlag zusammen, gilt der höhere. Der Nachtzuschlag kommt jeweils dazu.

Zum Einordnen: Ein Jahr hat 8.760 Stunden. Wer ein Objekt rund um die Uhr besetzen lässt, bezahlt jede dieser Stunden – ein Drittel davon fällt in die Nachtzeit von 22 bis 6 Uhr, dazu kommen alle Sonn- und Feiertage.

Was im Stundensatz steckt

Der Stundenverrechnungssatz eines Sicherheitsdienstes setzt sich aus deutlich mehr als dem Tariflohn zusammen:

  • Direkte Personalkosten: Tariflohn, Zulagen und Zuschläge
  • Personalzusatzkosten: Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung, bezahlter Urlaub, Lohnfortzahlung bei Krankheit und bei Schulungen
  • Ausrüstung: Dienstkleidung, Kommunikation, Fahrzeuge
  • Organisation: Personalgewinnung, Überprüfungen, Einsatzplanung, Abstimmung mit dem Kunden, Dokumentation
  • Schulungen und Unterweisungen
  • Haftpflichtversicherung mit den gesetzlichen Mindestsummen

Laut dem Infoportal Sicherheitsdienstleistungen sind die Lohnkosten mit rund 90 Prozent der Hauptbestandteil.

Vorsicht bei auffällig günstigen Angeboten

Weil der Tariflohn für alle gilt, bleibt wenig Spielraum nach unten. Liegt ein Angebot nur knapp über dem Tariflohn, fehlt das Geld für Sozialabgaben, Urlaub, Krankheitsvertretung und Einsatzleitung. Der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) fordert deshalb, Aufträge nach dem besten Verhältnis von Qualität und Preis zu vergeben – mit mindestens 60 Prozent Gewicht auf der Qualität.

So bekommen Sie ein belastbares Angebot

  1. Adresse und Art des Objekts
  2. Gewünschte Zeiten: Tage, Uhrzeiten, Feiertage
  3. Aufgaben: Posten, Kontrollgänge, Empfang, Zugangskontrolle, Alarmreaktion
  4. Besondere Anforderungen: Sachkunde, Sprachen, Führerschein, Ausschreibungsvorgaben
  5. Gewünschter Beginn und Vertragsdauer

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Quellen